Metalldiebstähle haben Konjunktur

5. Juni 2013 um 11:21 von

MetalldiebstahlDie Zahl der Metalldiebstähle nimmt zu. Mit den stetig steigenden Rohstoffpreisen steigt auch der mit den Diebstählen zu erzielende Erlös. Dies führt mittlerweile dazu, dass sich die Täter immer häufiger an Versorgungsleitungen und -einrichtungen jeglicher Art vergreifen. Oftmals sind die Diebstähle auch mit Einbrüchen verbunden, was zu einer Schadensausweitung führt. Der hierdurch entstehende Sachschaden ist erheblich, so dass sich inzwischen auch die vier Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, Tennet TSO GmbH und TransnetBW GmbH) entschlossen haben, der Sicherheitspartnerschaft gegen Metallkriminalität beizutreten, um präventiv Schäden zu verhindern.

Ersatz der entstandenen Schäden

Ist durch den Diebstahl bereits ein Sachschaden entstanden, stellt sich die Frage, wie dieser am effizientesten ersetzt werden kann, sofern der Täter ermittelt werden konnte. Neben der zivilrechtlichen Geltendmachung (Mahnverfahren, Klageerhebung) besteht auch die Möglichkeit, den Schaden im Rahmen des anhängigen Strafverfahrens durchzusetzen. Das in §§ 403 ff. StPO geregelte Adhäsionsverfahren erlaubt es dem Geschädigten, seine zivilrechtlichen Ansprüche im Strafverfahren geltend zu machen. Voraussetzung hierfür ist ein Antrag des Verletzten, der den Gegenstand und den Grund des Anspruchs bezeichnet, und dass der Anspruch nicht bereits anderweitig rechtshängig ist. Wird der Anspruch durch das Strafgericht zurückgewiesen, kann er weiterhin vor einem Zivilgericht oder erneut nach §§ 403 ff. StPO geltend gemacht werden.

Vorteile eines Adhäsionsverfahrens

Durch das Adhäsionsverfahren, welches die Verjährung des Anspruchs hemmt, kann der Verletzte regelmäßig effizienter und ohne ein erhebliches Kostenrisiko einen Titel erwirken, da aufgrund des im Strafverfahren bestehenden Amtsermittlungsgrundsatzes eine Beweisaufnahme grundsätzlich von Amts wegen erfolgt. Wird der Antrag zurückgenommen oder sieht das Gericht von der Entscheidung über den Antrag ab, so entscheidet das Strafgericht gemäß § 472a Abs. 2 StPO nach pflichtgemäßen Ermessen, wer die insoweit entstandenen gerichtlichen Auslagen und die insoweit den Beteiligten erwachsenen Auslagen trägt.